Überprüfung der UID-Nummer

By | July 16, 2016




Wofür Sie eine UID benötigen

Angabe der UID des inländischen Leistungsempfängers auf Rechnungen über € 10.000,– ab 1. Juli 2006

Das Umsatzsteuergesetz 1994, BGBl. Nr. 663/1994, zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 180/2004, wird wie folgt geändert:

1a. § 11 Abs. 1 Z 2 lautet:

„2. den Namen und die Anschrift des Abnehmers der Lieferung oder des Empfängers der sonstigen Leistung. Bei Rechnungen, deren Gesamtbetrag 10 000 Euro übersteigt, ist weiters die dem Leistungsempfänger vom Finanzamt erteilte Umsatzsteuer-Identifikationsnummer anzugeben, wenn der leistende Unternehmer im Inland einen Wohnsitz (Sitz), seinen gewöhnlichen Aufenthalt oder eine Betriebsstätte hat und der Umsatz an einen anderen Unternehmer für dessen Unternehmen ausgeführt wird;“




Die Bestätigung von österreichischen UID-Nummern ist im UID-Büro des BMF nicht vorgesehen. Einfache Bestätigungen (Stufe 1) von österreichischen UID-Nummern können über den EU-Server (http://ec.europa.eu/taxation_customs/vies/vieshome.do?selectedLanguage=EN) bzw. über FinanzOnline durchgeführt werden. Seit Dezember 2008 ist das qualifizierte Bestätigungsverfahren (Stufe 2) für österreichische UID-Nummern sowie für UID-Nummern anderer Mitgliedstaaten auch über FinanzOnline durchführbar.

Die UID hat bei Geschäftsbeziehungen innerhalb der EU (Binnenmarkt) folgende Bedeutung. Sie ist dann notwendig, wenn Sie als Unternehmer Waren in ein anderes Land der EU liefern oder Waren aus einem anderen Mitgliedstaat erwerben.

Mit der Angabe einer UID gibt der Abnehmer zu erkennen, dass er steuerfrei einkaufen will und der Erwerb in einem anderen Mitgliedstaat der Besteuerung unterliegt. Zum Beispiel bestimmt bei Vermittlungs- und Beförderungsleistungen die Verwendung einer bestimmten UID des Leistungsempfängers auch den Ort der Leistung.

Bitte erkunden Sie sich rechtzeitig über die UID sowie Firma, Name und Anschrift Ihrer EU-Geschäftspartner – vor allem dann, wenn Sie längerfristige Geschäftsbeziehungen eingehen wollen.

Nennen auch Sie Ihrem EU-Geschäftspartner neben Ihrer UID immer Ihre Firmendaten laut derzeitiger Registrierung bei Ihrem Finanzamt. Bitte achten Sie dabei stets darauf, dass diese Daten (Name, Firma, Anschrift) mit den im UID-Vergabebescheid ausgewiesenen Angaben voll identisch sind. Kontrollieren Sie deshalb auch die Daten Ihres Bescheides sofort nach Erhalt und teilen Sie eventuelle Schreibfehler oder Unrichtigkeiten Ihrem Umsatzsteuer-Finanzamt umgehend mit.

Der Grund: Ihre UID ist in der UID-Datenbank der österreichischen Finanzverwaltung mit Namen und Anschrift Ihres Umsatzsteuer-Abgabenkontos verbunden. Änderungen im Namen, Firmenwortlaut oder in der Anschrift sind unverzüglich Ihrem Umsatzsteuer-Finanzamt bekannt zu geben.

Weichen die Daten, die Sie Ihrem Geschäftspartner mitgeteilt haben, von den Daten Ihres Umsatzsteuer-Abgabenkontos ab, wird Ihr Lieferer aus einem anderen Mitgliedstaat keine Gültigkeitsbestätigung nach Stufe 2 erhalten können, wenn er Ihre UID überprüfen lässt. Mit der Gültigkeitsbestätigung kann die Unternehmereigenschaft Ihres Geschäftspartners nachgewiesen werden, was wiederum eine der Voraussetzungen für eine steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung ist.

Über die vom Finanzamt durchgeführte Berichtigung bzw. Änderung von Name und Anschrift ergeht kein neuerlicher Bescheid. Die durchgeführte Änderung ist für Sie aus der nächsten Zusendung eines Poststückes durch das Bundesrechenzentrum (Kontonachrichten, Buchungsmitteilungen, Bescheide, etc.) ersichtlich.

Ein Aufdruck der UID und der aktuellen Firmendaten auf den Geschäftspapieren bewahrt vor Irrtümern und Fehlern.

Die UID gilt nur für den unternehmerischen Bereich. Erwirbt ein Privater Waren in einem anderen Mitgliedstaat – etwa im Rahmen einer Auslandsreise -, so benötigt er keine UID. Er darf sie auch nicht vorweisen, wenn er zwar als Unternehmer über eine UID verfügt, aber die Waren privat erwirbt. Die Waren bleiben mit der ausländischen Umsatzsteuer belastet (“Ursprungslandprinzip”).

Jede UID besteht aus einem zweistelligen Länderkennzeichen sowie 8-12 weiteren Stellen:

EU-Mitgliedstaat Länderkennzeichen weitere Stellen Beispiel
Belgien BE 10 Stellen* BE0123456789
Deutschland DE 9 Stellen DE123456789
Dänemark DK 8 Stellen DK12345678
Finnland FI 8 Stellen FI12345678
Frankreich FR 11 Stellen FR12345678901
Griechenland EL 9 Stellen EL123456789
Irland IE 8 Stellen* IE1A34567B
Italien IT 11 Stellen IT12345678901
Luxemburg LU 8 Stellen LU12345678
Niederlande NL 12 Stellen* NL123456789B12
Österreich AT U und 8 Stellen ATU12345678
Portugal PT 9 Stellen PT123456789
Schweden SE 12 Stellen SE123456789012
Spanien ES 9 Stellen* ESA23456789
Vereinigtes Königreich GB 5, 9 (bis 12) Stellen GB12345, GB123456789(012)
** Estland EE 9 Stellen EE123456789
** Lettland LV 11 Stellen LV12345678901
** Litauen LT 9 (bis 12) Stellen LT123456789(012)
** Malta MT 8 Stellen MT12345678
** Polen PL 10 Stellen PL1234567890
** Slowakei SK 9 (bis 10) Stellen SK123456789(0)
** Slowenien SI 8 Stellen SI12345678
** Tschechien CZ 8 (bis 10) Stellen CZ12345678(90)
** Ungarn HU 8 Stellen HU12345678
** Zypern CY 9 Stellen CY12345678A
***Bulgarien BG 9 (bis 10) Stellen BG123456789(0)
***Rumänien RO 2 (bis 10) Stellen ohne Führungsnullen RO12(34567890)
* In den “weiteren Stellen” können auch Buchstaben enthalten sein. ** Mitgliedstaaten ab Mai 2004 *** Mitgliedstaaten ab Jänner 2007

Rechte und Pflichten, die mit der UID verbunden sind

  • Wenn sich der Erwerber mit einer gültigen UID ausweist, kann der Lieferer seine Waren im Binnenmarkt grundsätzlich steuerfrei in einen anderen EU-Mitgliedstaat liefern.
  • Der Erwerber ist verpflichtet Erwerbsteuer gegenüber dem Finanzamt zu erklären.
  • Als Lieferer müssen Sie monatlich bzw. vierteljährlich (abhängig vom UVA-Meldezeitraum) eine Zusammenfassende Meldung über Ihre innergemeinschaftlichen Lieferungen elektronisch über FinanzOnline bzw. in Papierform (U13, U14) bei Ihrem Umsatzsteuer-Finanzamt abgeben.
  • Die Gültigkeit der Firmendaten eines Geschäftspartners können Sie in einem EU-weiten Bestätigungsverfahren überprüfen lassen.
  • Diese Anforderungen werden von den Programmen BEST*FIBU und BEST*FAKT erfüllt.
  • Sollten Sie Zweifel an der Gültigkeit einer Ihnen von Ihrem Geschäftspartner oder Ihrer Geschäftspartnerin bekannt gegebenerUID-Nummer bzw. seiner oder ihrer Unternehmereigenschaft haben, können Sie diese in einem EU-weiten Bestätigungsverfahren überprüfen lassen.
  • Eine Abfrage der UID-Nummern können Sie online auf den Seiten der Europäischen Union oder über FinanzOnline durchführen. Die “MIAS-Selbstabfrage” (samt Papierausdruck der Bestätigung) über den EU-Server ersetzt die Stufe 1-Anfrage. Im Rahmen von FinanzOnline steht bei der Bestätigung der Gültigkeit einer UID-Nummer neben der Stufe 1 auch die Stufe 2 zur Verfügung, wo im Falle der Gültigkeit der abgefragten UID-Nummer auch zusätzlich Name und Anschrift des Erwerbers oder der Erwerberin angezeigt werden, so wie diese im jeweiligen Mitgliedstaat gespeichert sind. Dabei können auch Daten österreichischer Unternehmer und Unternehmerinnen abgefragt werden. Sie können sich diesbezüglich aber ebenso an das UID-Büro des Bundesministeriums für Finanzen wenden.